Es gibt ein paar Dinge, die ich mir von Anfang an für diese Seite wünsche. Dazu gehört, dass ich keine unrealistische Scheinwelt aufbauen will. Der derzeitige Trend, wenn es um den medialen Bereich geht, führt in eine fragwürdige Richtung. Die erfolgreichsten Blogger, Youtuber und Instagramer setzen meist auf die gleiche Taktik: sich perfekt in Szene setzen und die Perfektion den eigenen Auftritt bestimmen lassen. Diese Scheinwelt kann sehr gefährlich sein und das wissen wir. Es verführt dazu, uns zu vergleichen und dieses fehlerfreie Leben der angehimmelten, digitalen Vorbilder, ebenfalls erreichen zu wollen.

Wie jetzt? Unretuschiert?

Wir vergessen dabei die Realität und haben mittlerweile eine falsche Idee davon, wie echte Körper aussehen. Nämlich schön. Und jeder einzelne ist spannend und hat viele Geschichten zu erzählen. Ich kann nicht verstehen, warum ich mich den ganzen Tag ausschließlich mit Social Media Seiten konfrontieren möchte, die mir das Gefühl geben, nicht gut genug zu sein. Das heißt, irgendwie kann ich es doch verstehen – diese bearbeitete Social Media Welt hat einen herrlich perfekten Anschein – wie in einem modernen Märchen. Braun gebrannte Körper hier, glatte, samtige Haut da und durchtrainierte Menschen dort. Doch vergleicht man sich (manche bewusster, andere unbewusster) mit diesen Menschen, obwohl man im Hinterkopf weiß, dass dort ein Filter den anderen jagt.

Realität

Ich finde es natürlich auch toll, wenn Bilder von mir gemacht werden, auf denen ich mich schön finde, und die meine gefühlte Schokoladenseite hervorheben. Gerade jetzt, wo ich anfange, mich durch diesen Blog mehr im Internet darzustellen, fällt mir auf, dass es gar nicht so leicht ist, seine Selbstdarstellung in dem anonymen Raum, der Realität entsprechen zu lassen. Man neigt schnell dazu, nur die besten und tollsten Momente einzufangen. Gestylt, ausgeschlafen und im tollsten Licht. Ansich finde ich das okay – denn man möchte auf seinem Blog ja auch einer gewisser ästhetischen Vorstellung gerecht werden.

Ich finde es okay, WENN diese heile Welt, die man nur durch solche Bilder produziert, nicht die einzige Facette bleibt, die man zeigt. WENN ich anderen nicht weiß machen will, dass ich im realen Leben so bin, wie bearbeitete Fotos mich zeigen. WENN ich nicht versuche, ein Leben darzustellen, in dem ich IMMER glücklich und gut gelaunt bin.

Auf meinen Plattformen werdet ihr deswegen natürlich schön geschossene und qualitativ hochwertige Fotos sehen (die auch bearbeitet sein werden), aber nicht nur. Ich hoffe euch hier einen Ort gestalten zu können, an dem ihr euch wohlfühlt und den ihr ein kleines Stück besser gelaunt verlasst, als ihr es zuvor wart. Ihr werdet dementsprechend auch eine Lisa in Jogginghose, ungeschminkt und unbearbeitet sehen. Mit einem Körper, der Narben, Falten und manchmal Haare „an den falschen Stellen hat“ (pffff, Schwachsinn). Also seht ihr bei diesem Beitrag einerseits Fotos, die Speckröllchen gut unter T-Shirts verstecken und andererseits zeigen, was unter dem Shirt los ist – und, dass meine Beine an dem Tag nicht frisch aus dem Waxing Studio gekommen sind.

Ja, ich bin schlank und ernähre mich meistens gesund. Manchmal mache ich auch Sport. Manchmal esse ich aber auch zwei Packungen Kekse, weil ich nach der Pizza etwas Süßes brauche. Ich habe ganz normale Haut, die beweglich und nicht immer ebenmäßig ist, Falten hat und durch die kein Sixpack scheint – deswegen muss man nicht weniger glücklich sein. Und schon gar nicht sollte man sich immer wieder den Kopf darüber zerbrechn. Denn dass ein Körper so aussieht, ist natürlich. Und so richtig von Belang ist die Frage, wie der Bauch – oder welches Körperteil auch immer – aussieht, für ein glückliches Leben eigentlich nicht, oder? Hautpsache man ist gesund und achtet auf sein Wohlbefinden.

Blogger Fotos schauen übrigens meistens so aus, als wären sie in super natürlichen Situationen entstanden. Bei jedem herzlichen Lachen und jedem nachdenklich-in-die-Ferne-schauen, hält einem zufälligerweise jemand die Kamera ins Gesicht und schießt ein wunderschönes Foto. Ich fange gerade erste an zu bloggen und kann deswegen bestimmt kein Urteil fällen, aber was diese Fotos hier betrifft (die meine ersten für den Blog waren), habe ich beim Shooting eher einen Muskelkater im Gesicht bekommen und wusste nicht, wohin ich eigentlich schauen sollte. Vielleicht geht es erfahrenen Bloggern da anders – ich habe mich aber noch etwas unbeholfen gefühlt.

Gott sei Dank hatte ich eine super Fotografin, die trotzdem sehr tolle Fotos rausgeholt hat.

Wenn euch dieses Thema beschäftigt und ihr Input dazu haben möchtet, kann ich euch den Podcast „Geteilte Gedanken“ von Talisa und Christina empfehlen. Dort sprechen die beiden unter anderem, über Oberflächlichkeit und durch Social Media kreierte Perfektion.

Sagt mir gerne wie ihr zu dem Thema steht und welche Erfahrungen ihr gemacht habt. Wie nehmt ihr den derzeitigen Trend wahr?

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