Ich sitze in einem gemütlichen Lokal, trinke Kaffee und die Sonne scheint mir ins Gesicht. Es ist Samstagvormittag, ich habe zwei Stunden schlendern und fotografieren hinter und einen Tag voller Sonnenschein und schöner Unternehmungen, vor mir. Das Wochenende und die Freizeit sind Luxus für mich. Ich arbeite gefühlt immer – 50 Stunden die Woche. Der Job fordert mich, auch, weil nicht viel Zeit für andere Dinge bleibt. Nebenbei gibt es jetzt noch den Blog. Das heißt: früher aufstehen um Social-Media-Kanäle zu füttern und abends nach einem anstrengenden Tag, manchmal Fotos schießen, manchmal schreiben.

Leidenschaft und WOLLEN

Warum ich trotzdem so glücklich bin, wie schon lange nicht mehr? Weil Leidenschaft. Hinter all dem, woraus mein Leben im Moment besteht, steht Leidenschaft. Sie treibt mich an, sie erfüllt mich. Ich habe Spaß an dem, was ich tue – weil ich nicht MUSS, sondern weil ich WILL. Ich stehe morgens gerne auf und freue mich auf den Arbeitstag. Ich liebe die neue Herausforderung des Blogs. Ich habe riesigen Spaß am Fotografieren und Freude daran, zu entdecken und mich auszuprobieren. Der Perfektionismus, den ich zu oft an den Tag lege – und der so hinderlich sein kann – schweigt im Moment. Einfach, weil ich Spaß habe, dazuzulernen und den Prozess des Weiterentwickelns genieße.

Klingt nach Utopie? Ist es vielleicht auch. Aber ist es nicht eine sehr erstrebenswerte? Denn wer beneidet nicht die Leute, die mit Funkeln in den Augen, von dem sprechen, was sie tun? Die Feuer und Flamme sind? Bei denen man den Eindruck hat, dass Job nicht einfach Job ist, sondern mehr dahintersteckt? Gibt es etwas, dass das Leben – vor allem auf Dauer – mehr bereichert?

Durch die Leidenschaft lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloß.

– Nicolas Chamfort

Arbeit ist nicht gleich Arbeit

Vor allem in beruflicher Hinsicht fällt es oft schwer, uns zu verwirklichen, das zu machen, wofür wir brennen. Ein Grund dafür ist manchmal, dass wir gar nicht wissen, wofür wir Leidenschaft empfinden. Was macht uns Spaß? Wobei vergessen wir die Zeit? Selten fliegen einem diese Dinge einfach zu. Das Sicherheitsbedürfnis von uns Menschen ist groß. Zurecht. Es tut gut, zu spüren, dass man nicht in der Luft hängt und sich an Dingen festhalten kann. Aber wenn das Sicherheitsbedürfnis das ist, woran wir unseren Alltag festmachen, entgeht uns viel. Die Komfortzone hält viel zu selten übersprudelnde Glücksmomente bereit. Die Routine ist nicht immer unser Freund.

Manchmal ist der finanzielle Aspekt auch ein Hindernis am Weg zur eigenen Leidenschaft. Natürlich gilt es die Finanzen zu berücksichtigen, aber sie sollten uns nicht von dem abhalten, was wir wirklich wollen und uns glücklich macht. Denn wie sinnvoll ist das volle Bankkonto am Ende, wenn ich mich stumpf durch mein Leben gearbeitet habe und dabei unglücklich war? Wenn man immer diese eine Sache im Hinterkopf hatte, sie aber nie Realität geworden ist? Oft ist den eigenen Weg einschlagen, mit Risiko verbunden. Finanziell. Persönlich. Gesellschaftlich.

Lasst uns mal mutig sein, Gewohnheiten ändern, Neues ausprobieren und etwas riskieren. Wer weiß, was auf uns wartet? Vielleicht Leidenschaft? Das Schöne ist doch, dass wir das, was wir mit Leidenschaft tun, gut machen werden. Wir werden gerne dazu lernen und gerne Zeit investieren.

Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?

– Vincent van Gogh

One Reply to “Leidenschaft.”

  1. Humor, Zärtlichkeit und ein kritischer Geist – sind die besten Mittel gegen das Altern. …..und natürlich MUT – das, glaube ich, ist für jede Altersgruppe erstrebenswert.
    Dein Brennen für ein Sache, dein Optimismus, deine Lebensfreude sind ansteckend, möge es vielen Lesern so gehen, liebe Lisa.

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