Ich möchte euch heute ein Buch vorstellen und empfehlen. Dass mir Tiere sehr am Herzen liegen, habt ihr schon aus meinem allerersten Beitrag herauslesen können. Ich halte sie für viel zu missverstanden und den Menschen für viel zu egozentrisch, um sie wirklich verstehen zu wollen. Zumindest nehme ich sehr viele Menschen so wahr. Und wenn ich mir unsere Gesellschaft so anschaue und ihre Mechanismen rational erfasse, kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass vielen uns das Wohl der Tiere oft ziemlich egal ist.

Haben wir Platz für Empathie?

Profit, Konsum und Kapitalismus sind die Regeln an die man sich zu halten hat, um als erfolgreich und stark zu gelten. Empfindsamkeit und Empathie gegenüber anderen Lebewesen, sind schwach und werden belächelt. Der Mensch macht sich die Tiere zu eigen und freut sich über den Nutzen, den er aus ihnen ziehen kann. Dass diese Lebewesen – die genauso Haustiere, Lebensbegleiter und Familienmitglieder für uns sein können – aber Gefühle, Bewusstsein, soziale Strukturen und Sprache haben, so wie wir, wird verdrängt. Das wissenschaftliche Argument der „nicht-Belegbarkeit“ gilt als Totschlagargument bei zu vielen Diskussionen rund um die Tierwelt und beendet diese für manch einen sofort. An dem Punkt kommt das Buch Die Intelligenz der Tiere – wie Tiere fühlen und denken ins Spiel.

Gefühle und Fakten

Während des Lesens möchte ich die meiste Zeit nur schreien: JAAAAA GENAU. Ich kann mich mit dem Großteil des Geschriebenen identifizieren und finde den Zugang des Autors super. Einerseits erzählt er wunderschöne Geschichten, durch die man sich sofort in die jeweilige Tierart einfühlen kann. Dabei ist vielleicht zu erwähnen, dass in den Buch auf drei Arten genauer eingegangen wird – Elefanten, Wölfen und Wale. Andererseits spielt die wissenschaftliche Ebene eine große Rolle und er versucht, jede Behauptung durch belegbare Fakten zu untermauern. Diese beiden Aspekte werden gekonnt ineinander verwoben, was für mich zu einem sehr angenehmen Leservergnügen führt.

Bei mir ist auch das ein oder andere Tränchen gekullert. Erstens, weil ich bei Themen, die mich sehr berühren, doch recht nahe am Wasser gebaut bin und außerdem habe ich mir während des Lesens so oft die Frage gestellt, wie wir nur auf die Idee kommen, so barbarisch mit anderen Lebewesen umzugehen. Nach diesen kleinen Gefühlsausbrüchen wurde ich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, indem das eben noch rührend beschriebene Verhalten der Tiere, auf wissenschaftlicher Basis diskutiert und aufgefächert wird.

Es gab einen Punkt an dem ich mich langsam aber doch für die menschliche Rasse schämte. Natürlich tun wir vieles um zu überleben und Bedürfnisse zu befriedigen, die unser gutes Recht sind. Aber wir machen noch so viel mehr. Wir überschreiten die Grenzen unserer Umwelt für Dinge, die es wahrscheinlich gar nicht wert sind. Zu viele Tiere leiden, weil wir unser Leben auf eine Art und Weise führen, die zu oft unsagbar rücksichtslos ist. Das macht mir dieses Buch mehr als bewusst. Die Thematik geistert schon lange durch meinen Kopf, aber die Worte des Autor treffen einen Nerv und lassen mich entweder zustimmend nicken, weil er mir so aus der Seele schreibt, oder verständnislos den Kopf schütteln, weil mir das Verständnis dafür fehlt, was der Mensch anrichtet.

Im Großen und Ganzen also ein Buch, dass Augen öffnen und jedem, der sich schon länger mit dem Thema auseinandersetzt, neue Blickwinkel aufzeigen kann.

Hat jemand von euch ähnliche Buchempfehlungen zu dem Thema? Und falls ihr Die Intelligenz der Tiere – wie Tiere fühlen und denken kennt – wie steht ihr dazu?

2 Replies to “Die Intelligenz der Tiere

  1. Danke für den Buchtipp, du hast mir richtig Lust auf das Buch gemacht!
    Ich habe das Buch von Konrad Lorenz „Das sogenannte Böse: Zur Naturgeschichte der Aggression“ gelesen, in dem er sehr detailliert verschiedene (aggressive) Verhaltensweisen von Tieren beschreibt und erklärt warum sie so reagieren. Auch dieses Buch hat mir ein neues Verständnis für Tiere gebracht. Da die Erklärungen wissenschaftlich untermauert sind und der Autor oft eine sehr genaue Schilderung liefert, ist es ein Buch, das mal nicht so einfach zwischendurch gelesen werden kann. Doch es lohnt sich definitiv!

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